Wiesenhof die Federn rupfen!

Anlässlich der dezentralen Aktions- und Solidaritätswoche (24. Februar bis 3. März) möchten wir auch in Lohne auf die Straße gehen, um gegen Wiesenhof und die nicht enden wollende Flut von Skandalen zu protestieren. Diese betreffen nicht nur Tierrechtsverletzungen, sondern auch die anhaltende menschenunwürdige Ausbeutung und Unterdrückung von Leiharbeiter*innen aus wirtschaftsschwachen Ländern. Desweiteren ist auch die Ausschlachtung der natürlichen Grundwasserressourcen ein Grund ,um auf die Straße zu gehen. Zudem werden immer noch Menschen, die sich für die Tier- und Menschenrechte aktiv einsetzten, angefeindet und kriminalisiert.
Ein Tierbefreiungsaktivist wurde wegen einer (mutmaßlichen) Nötigung zu 3 Monaten Haft – ohne Bewährung – verurteilt, weil er sich am Wiesenhof-Mutterkonzern PHW-Gruppe in Wietzen (Landkreis Nienburg) auf einen LKW des Konzerns setzte und ihn so an der Weiterfahrt gehindert haben soll. Am 28. Februar stehen acht weitere Aktivist*innen in Straubing vor Gericht. Ihnen wird vorgeworfen, sich an einer Besetzung der Baustelle der Wiesenhofschlachtfabrik in Bogen beteiligt zu haben.
Wir wollen uns solidarisch mit den Aktivist*innen zeigen und auch hier lokal mehr Menschen darauf aufmerksam machen, was Wiesenhof hinter geschlossenen Türen veranstaltet.
Ein Beispiel: Im Juni 2013 flog ein komplexes Geflecht an schnell wechselnden Werkvertragsnehmern und Zeitarbeitsfirmen im Umfeld des PHW-Unternehmens Geestland in Wildeshausen auf, das Spätaussiedler*innen sowie ausländische Arbeitskräfte aus Rumänien, Bulgarien und Vietnam zu sehr ungünstigen Konditionen (Dreimonatsverträge, € 0,23 Lohn pro zerlegter Pute) beschäftigte.
Auch die Bedrohung der Moore durch Austrocknung und der verantwortungslosen Umgang mit Wasser durch Wiesenhof sind Gründe sich gegen die Machenschaften dieses Konzerns zu empören.
Daher kommt mit uns auf die Straße, lasst uns gemeinsam ein deutliches Zeichen gegen die Grausamkeiten bei Wiesenhof setzen und gegen Repression protestieren!
Gemeinsam Wiesenhof die Federn rupfen!

2. Sin fronteras im Alhambra!

Am 13. Januar 2018 findet im Alhambra in Oldenburg ein weiteres Konzert der Sin fronteras – Reihe statt. Die Einnahmen gehen diesmal an den Jugend rettet e.V.. Kommt zahlreich! :)

Wir bringen den Punk in die Provinz!

GMM in Wildeshausen, 13.5.

Refugeehilfe auf Lesvos – Ein Erfahrungsbericht

Hier der erste Bericht über die drei Wochen die ich auf Lesvos verbringen werde, dazu kommen Erzählungen von Marvin der bereits seit 4 Monaten hier ist und zeitgleich mit mir wieder zurück kommen wird. Zunächst ein kurzer Überblick über die Situation hier. Momentan sind ca 1500 Menschen in Moria(Lager) in Karatepe(Lager) ca. 900 dazu kommt Pigba(Lager) mit 80 Menschen. Darüber hinaus sind Menschen an vielen verschiedenen Orten in der Stadt untergebracht. So schlafen wir z.B. in einem besetzten Haus mit Geflüchteten von denen einige unregistriert bzw. akut von Abschiebung bedroht sind. Aus diesem Grund können wir an dieser Stelle nicht mehr Infos geben da so wenig Aufmerksamkeit wie möglich auf diesen Ort gelenkt werden soll. Vor wenigen Tagen standen dort plötzlich die Bullen vor der Tür und nahmen einige der Menschen mit. Momentan sind einige im Gefängniss in Moria, Section b gennant, einige werden wiederkommen, andere nicht. Dieser Morgen hat uns mal wieder die Bedeutung von dem kleinen Stück Papier auf dem „Deutsch“ steht deutlich gemacht. Alleine das Ausprechen des Wortes gegenüber den Uniformierten ändert den Gesichtsasudruck von absoluter Ablehnug zu einem freundlichen Lächeln. Von Arschloch zu Arschkriecher, wegen einem kleinen roten Büchlein. Abgesehen von diesem Ort gibt es noch das Social Center, auch hier leben Menschen, außerdem befindet sich hier eine Küche. Eines meiner momentanen Projekte ist es, die Vor- zu einer Sporthalle umzugestalten. Die Linien für ein Basket- und ein Fußballfeld sowie die Tore und Körbe sind bereits fertig. Die an der Wand befindliche Stahlkonstruktion ist ideal für den Bau einer Tribüne, auch diese Arbeit ist bereits zur Hälfte abgeschloßen, es fehlen nur noch ein vernünftiger Aufgang und einige kosmetische Maßnahmen, ein wenig Farbe hat noch nie geschadet. Weitere Projekte sind das Umgraben des Gartens des sogenannten Blue House, hier befindet sich die Küche der No Border Kittchen, sowie der Bau verschiedenster Aktivitätsmöglichkeiten für Kinder, Schaukeln, Wippen etc.. Noch einige kurze Worte zum Essen. Men Gott habe ich diese Kohlenhydratbomben vermisst. Reis, Kichererbsen, Kartoffeln, Nudeln dazu ein Haufen Öl und ein bischen Kohl, mit Glück Karrotten, damit das ganze nicht komplett ohne Gemüse ist. Yummie, gesunde Ernährung wird hier groß geschrieben. Soweit mein Bericht über die letzte Woche. Nun zu Marvins Teil. Er befindet sich bereits seit 4 Monaten auf der Insel, die ich hier nicht ausführlich niederschreiben werde. Dies ist eine grobe Zusammenfassung dessen was er mir während er neben mir sitzt erzählt. Den Anfang zu finden fällt ihm sichtlich schwer also beginnen wir damit das er in dem bereits gennanten Haus seit 4 Monaten lebt. Dieses war im Sommer für ganze 3 Tage das Social Center bis unsere Freunde und Helfer an die Tür klopften. Nach der Räumung wurde es erneut als Wohnraum besetzt. Im Durchschnitt leben hier zwischen 60 und 90 Menschen. Bis auf dem Morgen vor wenigen Tagen ließen die Blaumänner die Bewohner, abgesehen von einigen Besuchen bei denen allerdings niemand mitgenommen wurde, in Ruhe. Strom ist dort dank angezapfter Straßenlaternen vorhanden, Wasser nicht, nur das von oben. Die Lebensbedingungen sind optimal. Feucht, kalt und nur bedingt vor Regen geschützt. Dennoch leben die Bewohner lieber dort als im für sie vorgesehenen Camp Moria da sie an diesem Ort wenigstens über ein Mindestmaß an Selbstbestimmtheit verfügen und es in Moria immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kommt. Die No Border Kitchen unterstützt die Bewohner mit Kleidung, Decken und zwei mal wöchentlich mit der Lieferung von Foodboxes, was in den vergangenen Monaten Marvins Hauptaufgabe war. Durch das Zusammenleben erwachsen natürlich auch Freundschaften, nicht selten saß er und sitzen wir zusammen mit den Menschen und quatschen, tanzen ( einige haben Musikanlagen) und ganz wichtig!, Essen zusammen. Junge Junge können die gut kochen, und, oh Wunder, es gibt Gemüse. Durch die enge Bindung zu den Bewohnern ist es wesentlich einfacher auf sie und die Bedürfnisse einzugehen, Vermittlung von Anwälten, Transport zum Krankenhaus oder einfach ein offenes Ohr haben hilft hier oft weiter. Das alles und dazu ein Auftreten welches ganz klar vermittelt, wir sind alle Menschen egal woher, ist den Geflüchteten eine große Stütze und hilft ein wenig über die objektiv absolut abgefuckte Situation hinweg. Im Winter war Marvin Putzfee und Küchenchef des Social Centers. Morgens sauber machen, dann Tee und Kaffee kochen und mit den Frühauftstehern, von denen es nicht allzu viele gibt, quatschen. Lange Zeit hatte er einen Schlüssel für den dort befindlichen Lagerraum, Hausmeister gehörte also auch zu seinen Tätigkeiten. Nach 4 Monaten werden die Ermüdungserscheinungen allerdings immer deutlicher so das er ebenfalls in 2 Wochen die Rückreise antreten wird. In einer gibt es den nächsten Bericht. Tschö und bis denne!